Sanddorn ist in aller Munde – zu Recht. Die Beeren der nordischen Schönheit, auch „Zitrone des Nordens“ genannt, sind nicht nur optisch ein Genuss, sie sind in vielerlei Hinsicht auch besonders gesund und vielseitig verwendbar. Was den Sanddorn medizinisch auszeichnet, ist vor allem das in seinen Beeren enthaltene, hochdosierte Vitamin C. Es kann – je nach Sorte – bis zu 900 mg je 100 g Fruchtfleisch umfassen. Durchschnittlich finden sich in 100 g Beeren ca. 450 g des Vitamins. Übertroffen wird der Vitamin C-Gehalt dieser „Vitamin-C-Bombe“ nur von der Hagebutte und der Acerolakirsche. Zum Vergleich: In einer Zitrone finden sich dagegen „nur“ ca. 50 mg Vitamin C je 100 g.

Ursprung & Verbreitung

Ursprünglich stammt der Sanddorn aus Kleinasien und siedelte sich vor über 17.000 Jahren auch in Europa an. Verbreitet ist er in Deutschland von der See bis zum Alpenrand. Häufig findet sich der Sanddorn, der gerne auf sandigem Boden gedeiht und als relativ anspruchslose Pflanze gilt, in Flussböschungen, in lichten, trockenen Kiefernwäldern und in Küstengegenden. Er gehört zur Gattung der Ölweidengewächse, ist sehr genügsam und braucht vor allem viel Licht. Der lateinische Name des Sanddorns, Hippophae ramnoides, stammt vom griechischen Wort für „Pferd“ und „phaes, phaoes“ für „leuchtend“, ab. Der zweite Teil des botanischen Namens, „rhamnoides“, geht zurück auf das Wort „rhamnus“, was soviel wie „Dorn“ bedeutet und auf seine stachelige Bewehrung hinweist.

Aussehen, Inhaltsstoffe und Wirkungsweise

Den Sanddorn kennzeichnen vor allem seine typischen, leuchtend orangenen Beeren, die von Dornen und Blättern umgeben sind. Die Farbpalette der Früchte reicht je nach Sorte und Standort von mittlerem Gelb bis zu hellem Rot-Orange. Die Blätter des Sanddorns sind schmal, weidenartig und mit einem zarten Pelz geschützt, damit sie bei starkem Wind nicht schnell austrocknen. Aus den männlichen wie weiblichen Blüten entstehen per Windbestäubung die orangenen Beeren. Diese sind die einzigen Obstfrüchte, die gleichzeitig im Fruchtfleisch wie im Samen fettes Öl ebenso wie wasserlösliche und nicht wasserlösliche Vitamine enthalten.
Ernte & Anwendung

Ernte und Anwendung Sanddorn ist relativ schwierig zu ernten und gehört daher eher zu den hochpreisigen Rohstoffen. Durch die Dornen am Strauch ist die Ernte der Früchte etwas schwieriger, zumal die reifen Beeren schnell beschädigt werden. Ein Tipp für Hobbygärtner: Legen Sie die Äste samt Beeren einige Zeit ins Gefrierfach. Nach kurzer Zeit sind die Beeren leicht vom Zweig ablösbar. Schon vor rund 2000 Jahren findet Sanddorn im asiatischen Raum wegen seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften Verwendung. Auch Hildegard von Bingen erwähnt ihn mit seiner gesundheitsfördernden Wirkung in ihren Schriften. Blätter und Rinde werden nicht genutzt, nur die Beeren werden verwendet. Aus ihnen werden sowohl Säfte, Marmelade sowie Öl gewonnen. Roh genossen schmeckt die Frucht sehr sauer, weswegen Sanddorn vorwiegend als Saft oder Extrakt verwendet wird. Der Saft mit seinem herben Geschmack lässt sich in Speisen oder in Mixgetränken mit Joghurt oder Milch genießen. Seine wertvollen Inhaltsstoffe wie sein besonderer Geschmack führen dazu, dass er in süßen wie herben Speisen, z.B. Sanddorn-Schoko-Muffins genossen wird.

Nicht nur in der Ernährung wird Sanddorn durch seine den Stoffwechsel anregende Wirkung wie das Immunsystem stärkende Wirkung immer beliebter. Innerlich wird Sanddorn vor allem zur Behandlung von Schleimhauterkrankungen, des gesamten Verdauungsapparates, Sodbrennen und Gastritis sowie zur Darmsanierung verwendet. Durch den hohen Vitamin C Gehalt ist die Wirkung des Sanddorns zur Stärkung der Immunkräfte unbestritten. Äußerlich ist seine Verwendung vielschichtiger: Seine septische, antitoxische Wirkung wird z.B. in Form von Sanddornfruchtfleisch- oder Kern-Öl, auch beim Wundliegen, bei schlechter Narbenheilung, Verbrennungen und Sonnenbrand genutzt. Ebenso kommt Sanddorn begleitend zur Strahlentherapie bei Kehlkopfkrebs zum Einsatz. Schleim- und Hauterkrankungen werden ebenso damit behandelt. Dem Sanddorn kommt zudem in der Kosmetik eine große Bedeutung zu. Seine Öle machen die Haut zart und geschmeidig, denn sie verfügen über wertvolle Inhaltsstoffe und spenden der Haut zahlreiche ungesättigte Fettsäuren wie Palmitinsäure, Linolsäure, Vaccensäure, aber auch Phytosterol und Tocopherole (Vitamin E).

 

Andrea Muno-Lindenau, Dipl. Ing. Agr.

Co. Autor: Jennifer Mehrens

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