Quinoa (sprich Ki noah) ist ein Pseudogetreide und nicht in die Familie der Süßgräser (Weizen, Mais oder Reis) einzuordnen.  Quinoa ist der Samen eines Blattes (Chenopodium quinoa), das zu den Gänsefußgewächsen gehört und entfernt verwandt mit der Spinatpflanze ist.

Die antike Pflanze stammt aus den Andengebirgen Südamerikas und ist dort seit 5000 Jahren das Grundnahrungsmittel. Aufgrund seiner Herkunft ist Quinoa sehr gut angepasst an Höhenlagen bis ca. 4 000 m und kann deshalb in Gebieten wachsen, in denen der Anbau vieler anderer Pflanzen nicht mehr möglich ist. Die Pflanze ist unempfindlich gegenüber Frost, Hitze und Trockenheit und gedeiht auf nährstoffarmen Böden. Es wird nicht ohne Grund das Gold der Inkas oder „mother grain“ genannt. Die Inkas benötigten Quinoa als Ergänzung und Alternative zu Kartoffeln und Mais. Die Samen selbst sind winzig (1,5-4mm) und rund – 350 Samen wiegen in etwa 1 g bzw. 100 g entsprechen etwa 35 000 Samen. Es gibt viele verschieden Sorten und es kann zusätzlich zu den Samen in Flocken und Mehl (nährstoffreicher Zusatz für Pasta- und Brotteige) gekauft werden. Die Farbe des Korn variiert von weiß bis blasses gelb über rot, purpur, braun und schwarz.

Gekochter Quinoa ergibt die dreifache Menge und hat einen eigenen, leicht nussigen Geschmack. Die Samen bieten eine sehr gute Alternative zu Weizen, Reis und Mais, bedingt durch eine hohe und hervorragende Proteinzusammensetzung sowie einen hohen Gehalt an Mineralstoffen und Ballaststoffen. Die Nährstoffe finden sich im Embryo des Samens, der deutlich größer ausfällt als bei gängigen Getreidearten. Durch einen insgesamt 15 % höheren Proteingehalt als Getreide, beinhaltet Quinoa alle 9 essentiellen Aminosäuren und einen besonders hohen Gehalt an Lysin und Methionin, das sonst in anderem Getreide kaum vorkommt.

Die wenigen Kohlenhydrate haben zudem einen niedrigen Glykämischen Index, die wiederum den Blutzuckerspiegel konstant halten.

Der relativ hohe Fettgehalt (siehe Tabelle) ist keineswegs bei einer gesunden Ernährung bedenklich – im Gegenteil: das Fett besteht hauptsächlich aus ungesättigten Fettsäuren bzw. aus der essentiellen Linolsäure, die zudem von dem enthaltenen Vitamin E (auch in hohen Mengen) vor Oxidation geschützt wird.

Vegetarier und Veganer schätzen Quinoa sehr, denn es ist eine hervorragende Quelle für Magnesium und B-Vitamine, es liefert mehr Calcium als Kuhmilch und ist ein exzellentes Antioxidanz. Es enthält eine signifikant hohe Menge an Eisen, welches zudem gut löslich ist und vom Körper hervorragend aufgenommen werden kann.

Quinoa ist einfach zuzubereiten, leicht verdaulich und hat einen hohen Genussfaktor. Es liegt nicht schwer im Magen und kann für diejenigen, die unter einer Gluten- oder Weizenunverträglichkeit leiden, eine große Abwechslung und Auswahl im Speiseplan bieten.

Vor der Zubereitung sollten die Körner jedoch gründlich gewaschen oder eingeweicht werden. In der Randschale (im zweischichtigem Perikarp) befinden sich Saponine (Sekundäre Pflanzenstoffe), die bitter schmecken und die Mineralstoffaufnahmen im Körper behindern können.

Monika Bischoff